April 25, 2016
Interview: Das Leben in einer Wohngemeinschaft

Interview: Das Leben in einer Wohngemeinschaft

Das Studium beginnt und die Küken verlassen ihre Nester. Aber wo geht es hin? Wohnungen sind rar und Mieten viel zu hoch. Die Lösung: Eine Wohngemeinschaft!

Falls du dich nun fragst, ob das auch etwas für dich ist, und wie man so etwas angeht, findest du in diesem Beitrag die Antworten. Nach unserem letzten Blog Eintrag: Die Vor- und Nachteile von Mitbewohnern“, haben wir uns gedacht, doch mal einen Experten zu fragen! Unser ‚Experte‘ ist viel mehr eine ‚Expertin‘! Mira ist 22 und Studentin an der Hochschule Niederrhein im Studiengang ‚Textile and Clothing Managment‘. Sie hat bereits in einigen größeren Wohngemeinschaften gelebt und war bereit, ihre Erfahrungen und verrückten Erlebnisse in einem kurzen Interview mit uns zu teilen!

 

1. Warum hast du dich für eine Wohngemeinschaft entschieden?

Mira: Ich habe mich für eine Wohngemeinschaft entschieden weil ich es super finde, neue Leute kennenzulernen. Außeerdem ist es natürlich auch wesentlich günstiger in einer WG zu wohnen als alleine. Ich denke zum alleine wohnen wäre ich auch nicht so gemacht, nachts jagt mir jedes knarren einen Schreck ein.

 

2. In wie vielen WG’s hast du schon gelebt? Und wie viele Mitbewohner hattest du da?

Mira: Bisher habe ich in drei WG‘s gewohnt. Das erste Mal während meines Studiums in Mönchengladbach, dort hatte ich 4 Mitbewohner. Das zweite Mal in Brighton, England, dort habe ich sogar zusammen mit 6 anderen Studenten zusammengelebt. Das dritte Mal war ebenfalls in Brighton, jedoch für einen sehr viel kürzeren Zeitraum, nämlich 3 Monate, dort hatte ich ebenfalls 6 Mitbewohner.

 

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3. Wie schwer war es für dich eine geeignete Wohngemeinschaft zu finden? Hast du irgendwelche Tipps?

Mira: Ich finde es nicht schwierig eine WG zu finden. Jedoch eine WG zu finden die gut zu einem passt – das kann sich schon mal als etwas kniffliger herausstellen. In Deutschland habe ich meine Wohngemeinschaft über wg-gesucht.de gefunden. Dort kann man direkt Kontakt mit den potentiellen Mitbewohnern aufnehmen und sich auch schnell ein Bild von den Menschen machen. Ansonsten würde ich immer empfehlen in der Uni oder in der Stadt die Augen aufzuhalten, dort hängen oft WG Angebote aus.

Bei den WG Besuchen selber, ist es unheimlich wichtig einfach man selbst zu sein. Das kann schwieriger sein als gedacht, besonders wenn man etwas nervös ist. Vor allem dann, wenn einem die Wohngemeinschaft und die Mitbewohner unheimlich gut gefallen, und man eventuell sogar die anderen Kandidaten kennenlernt. Es ist wichtig sich zu überlegen: “Möchte ich mit diesen Menschen zusammenleben?” Ist es mir möglich hier, in dieser WG, mal mit allen zu quatschen und Dingen zu unternehmen, aber auch an anderen Tagen mich zurückzuziehen und meine Ruhe zu haben?”

Mein letzter Tipp ist nicht die Hoffnung zu verlieren! Fange früh mit der Suche nach einer Wohngemeinschaft an, denn je kurzfristiger es ist, desto mehr Druck liegt auf der Entscheidung. Je mehr Besichtigungen du hast, desto gelassener wirst du, und dir wird es leichter fallen du selbst zu sein – das kommt meiner Erfahrung nach am Besten an. Dann wirst du in null-komma-nichts eine super WG finden!

 

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4. Was denkst du sind die Vorteile an einer Wohngemeinschaft ?

Mira: Die Vorteile an einer Wohngemeinschaft sind, dass du immer Leute hast mit denen du reden kannst. Außerdem lernst du Mitmenschen nochmal ganz anders kennen. Du siehst sie morgens mit zerstrubbelten Haaren am Frühstückstisch nach einer durchgefeierten Nacht oder mit einem Glas Wein in der Hand und Tränen in den Augen, weil sie Streit mit dem Freund hatten. Und sowas verbindet unheimlich.

Außerdem tut es auch mal gut aus der eigenen Box herauszuschauen, und sich zu fragen: ‚Was machen andere Menschen so mit ihrem Leben?‘ oder auch ganz banale Sachen wie: ‚Was essen andere Menschen so?‘ Du kriegst ständig neue Anreize und Ideen, und das bereichert das Leben einfach.

 

5. Was war deine schlimmste Erfahrung in einer Wohngemeinschaft? Warum?

Mira: Meine schlimmste Erfahrung war, als ich in den Sommerferien 3 Monate in einer Wohngemeinschaft in Brighton verbracht habe. Natürlich war nicht alles schlimm. Jedoch habe ich zu dieser Zeit gemerkt, wie wichtig es ist, mit den WG Mitbewohnern gut klarzukommen und auf einer Wellenlänge zu sein und keine Zweck-WG zu haben. Meine Erfahrungen in dieser WG reichten von einer Küche, die augenscheinlich noch nie geputzt wurden war, über die stimmungsschwankenden Zimmernachbarn, die eines Tages einfach das WIFI klauten (und ich meine wirklich die WLAN Box).Bis hin zu einem oftmals unter alkoholeinfluss-stehenden Mitbewohner, der den Fernseher von der Wand schlug, über die Mitbewohnerin, die andauernd spontane Parties schmiss, und danach nicht aufräumte.

 

6.Was war deine beste Erfahrung in einer Wohngemeinschaft?

Mira: Die besten Erfahrungen sind meiner Meinung nach immer die, wo die ganze Wohngemeinschaft zusammen kommt und etwas unternimmt. Zum Beispiel in Brighton. Dort sind wir Sonntags manchmal zum Sunday Roast, oder zur Nerd Nite gegangen, und es war so ein starker zusammenhalt zwischen allen Mitbewohnern. Das finde ich ist etwas ganz besonderes.

 

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Die ‘Wodka – Muschi’

 

7. Was ist das verrückteste was dir je passiert in einer Wohngemeinschaft?

Mira: Also postiv verrückt war, als ich eines Abends nach Hause kam und die Mitbewohner vom Balkon auf die gegenübeliegende Hauswand Breaking Bad mit dem Beamer projezierten! Da habe ich mir ein Bier geschnappt und mich dazu gesetzt (bis die Polizei dann wegen einer Beschwerde vorbeikam).

Negativ verrückt war, als in der Nacht vor einer Prüfung, die Rohre plötzlich rebellierten und in der Küche das Wasser aus dem Abflussrohr hochschießte. Alle mussten mit Töpfen und Eimern helfen das Wasser abzutragen.

8. Was war deine beste WG Party und warum?

Mira: Meine beste WG Party war wohl die Geburstagsparty von mir und meiner Mitbewohnerin! Der Vorteil bei großen Wohngemeinschaften ist, dass immer mehr als einen Grund zu feiern gibt! Bei dieser WG Party waren einfach alle Menschen die ich gerne mag. Es wurde viel getrunken, es gab eine kleine Tortenschlacht und man hat viele interessante Leute kennegelernt. Was will man mehr?!

 

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9. Welche Art Mitbewohner findest du am nervigsten?

Mira: Mitbewohner die keine Rücksicht auf einen nehmen sind wohl das schlimmste.

 

10. Hast du Unterschiede gesehen im WG Alltag in Mönchengladbach und in Brighton?

Mira: Es gab kulturell bedingt einige Unterschiede, aber so generell im zusammenleben ist es sehr ähnlich. Die ungeschriebenen Regeln, wie aufeinander Rücksicht nehmen, sich respektieren und den Putzplan zu befolgen gelten wohl landesübergreifend.

 

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11. Was würdest du Studenten raten die zum ersten Mal in eine Wohngemeinschaft ziehen? Was sind deine Tipps?

Mira: Meine Tipps sind offen gegenüber neuem sein! Die Mitbewohner kennenlernen, Dinge zusammen planen und auch tatsächlich durchführen. Vielleicht zusammen joggen gehen oder einen Spiele Abend machen. So kann man sich eine Basis schaffen, in der sich alle wohl fühlen und in der man ganz man selbst ist. Nichts ist anstrengender als sich zu verstellen.

 

12. Was sind die 3 größten Fehler die man in einer Wohngemeinschaft vermeiden sollte?

Über andere Mitbewohner reden/lästern:

Ich versuche sowieso nie über Menschen hinter ihrem Rücken zu reden, in einer Wohngemeinschaft ist dies jedoch für das zusammenleben überlebenswichitg!!! Wenn es ein Problem gibt, die Person direkt ansprechen, man kann doch über alles reden!

 

Seinen Pflichten nicht nachkommen:

Ja, es ist nervig den Müll rauszubringen oder das Bad zu putzen. Das ist es für alle. Dies nicht zu tun ist aber den anderen gegenüber unfair, und es ist wirklich nicht nötig, darüber eine Diskussion zu haben. Einfach erledigen!

 

Besteck und Geschirr im Zimmer horten:

Klar, es passiert schonmal, aber wenn es in der Küche keine Tassen mehr gibt, und alle mit Messern ihren Kaffee umrühren wird es Zeit für eine Reinigungssession.

 

Danke Mira!

 

Dieses Interview konnte dir hoffentlich einen guten Einblick in das Leben einer Studenten WG geben. Wenn du auch etwas loswerden möchtest und du denkst, dass könnte auch andere Studenten interessieren, lass es uns wissen!

 

verfasst von Eva für StuDocu 

 

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