Uncategorized March 14, 2018
Freelancen neben dem Studium

Freelancen neben dem Studium

Nebenjob zum Studium gesucht? – Wie wäre es mit selbstständiger Arbeit als Freelancer?

Ob du gerade erst mit dem Studium angefangen hast oder schon lang mittendrin bist, spielt keine Rolle. Sicherlich hast du dich schon mit diversen Möglichkeiten beschäftigt, wie du neben dem Studium etwas dazuverdienen könntest. Immerhin reichen BAföG und Kindergeld meist nicht aus, um das Studentenleben zu finanzieren. Du hast verschiedene Möglichkeiten. Gehe ins nächste Café oder Restaurant und frage, ob du es im Service unterstützen kannst. Oder gehe zum nächsten Supermarkt oder zur nächsten Drogerie und frage, ob du dort aushelfen kannst. Oder entscheide dich einfach für den wahrscheinlich smartesten Nebenjob, den du als Student haben könntest. Als Freelancer, eigenverantwortlich, selbstständig und ortsunabhängig. Du verkaufst dein Wissen und deine kreativen Leistungen. Doch natürlich ist es nicht ganz so einfach, hier hineinzukommen, als einfach zum Restaurant zu gehen und nach einem Job zu fragen. Deshalb findest du im weiteren Verlauf einen leicht verständlichen Case, nach dem du dich richten kannst.

 

1) Freelancer oder nicht Freelancer?

StuDocu Freelancer

Magst du gerne schreiben? – Dann wird dir der Beispielcase gefallen. Nehmen wir einfach mal an, dass du schreiben und dir vorstellen kannst, verschiedene Schreibaufträge für deine Auftraggeber auszusortieren. Da Content Marketing seit einigen Jahren eine immer stärkere Bedeutung im Marketingmix von Unternehmen bekommt und sich die meisten Unternehmen mit dem Schreiben ihrer Inhalte schwertun, haben freiberufliche Texter sehr gute Chancen, an Aufträge zu kommen. Genauso übrigens auch Grafikdesigner, gerade im viel nachgefragten UX-Bereich. Beide Berufe gehören zweifelsfrei zu den freien Berufen. Das heißt, dass du Freiberufler sein wirst. Viele Nebenjobs, die sich Studenten auf selbstständiger Basis vorstellen können, gehören jedoch nicht dazu. Das macht die Frage “Freelancer oder nicht Freelancer?” zur ersten wichtigen Frage, die du beantworten musst. Gehe dazu auf das für dich zuständige Finanzamt zu und frage dort nach. Die Menschen beißen nicht und werden deine Frage freundlich beantworten. Folgende Berufe werden in der Regel als freie Berufe anerkannt:

  • Nachhilfelehrer
  • Musiklehrer
  • Sprachlehrer
  • Tanzlehrer
  • Designer und Grafikdesigner
  • Fotograf
  • Texter

Sofern du im Übrigen kein Freelancer neben dem Studium sein kannst, wirst du zum Gewerbeamt gehen und ein Gewerbe anmelden müssen. Der Unterschied zwischen dem Gewerbetreibenden und dem Freelancer liegt darin, dass der Gewerbetreibende ab einem Jahresumsatz von 24.000 Euro zusätzlich zur Einkommensteuer noch Gewerbesteuer zahlen muss. Neben diesen beiden Steuern gibt es auch noch die Körperschaftssteuer, die du aber nur zahlen musst, wenn du eine Kapitalgesellschaft gründest (beispielsweise GmbH, UG, AG oder dergleichen).

 

2) Als Freelancer beim Finanzamt anmelden

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Sofern die obengenannte Frage geklärt ist, kannst du mit der Anmeldung deines Freiberuflerstatus anfangen. Dafür bekommst du vom Finanzamt einen Fragebogen, den du ausfüllen musst. In erster Linie werden Angaben zur geplanten Tätigkeit abgefragt, sowie das aus der Tätigkeit erwartete Einkommen im ersten Jahr. Wenn du im ersten Jahr wie auch in den kommenden Jahren weniger als 17.500 Euro erwartest, kannst du dich für die sogenannte Kleinunternehmerregelung entscheiden. Mit ihr bist du von der Umsatzsteuer (durchlaufender Posten) befreit und auch von tieferen buchhalterischen Angelegenheiten.

Dass du unter diesen 17.500 Euro bleibst, spielt unter anderem auch für das BAföG eine wichtige Rolle. Denn beziehst du BAföG, dann darfst du höchstens 4.880 Euro im Jahr mit selbstständiger Arbeit verdienen. Alles, was darüber hinaus geht, musst du ans BAföG-Amt abgeben. Die genannte Grenze unabhängig von der genauen BAföG-Höhe, die du erhältst. Somit dürfen Studenten mit geringem Zuschuss als Freelancer neben dem Studium genauso viel verdienen wie Studenten mit Höchstsatz.

 

3) Krankenversicherung für Freelancer neben dem Studium

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Wenn du dich selbstständig machst, musst du normalerweise eine eigene Krankenversicherung finden. Was bedeutet, dass du entweder eine Private Krankenversicherung nimmst oder dich freiwillig gesetzlich versicherst. Als freiberuflicher Texter fällst du in diesem Case auch in die Gruppe der Künstler und Publizisten und kannst dich nach der Krankenkassenwahl (z.B. AOK oder Techniker Krankenkasse) bei der Künstlersozialkasse einschreiben. Diese übernimmt wie in einem normalen Arbeitgeberverhältnis die Hälfte der Versicherungsbeiträge. Prüfe aber, bevor du dich mit irgendwelchen Versicherungen beschäftigst, ob du nicht noch über die Familienversicherung (unter 25 Jahre) oder studentischen Pflichtversicherung versichert bist oder sein kannst. Hierbei gilt wie beim BAföG auch wieder eine Einkommensbeschränkung.

Um in der Familienversicherung drin zu bleiben, darfst du nicht mehr als 425 Euro monatlich verdienen (2017) und nicht länger als 20 Stunden pro Woche mit der Arbeit als Freelancer verbringen. Bei der studentischen Pflichtversicherung gibt es ebenfalls die 20 Stunden-Regel, aber keine konkrete Verdienstgrenze. Vielmehr geht es hier nach Prozentanteilen am Gesamteinkommen (freiberufliches Einkommen sollte keine klare Mehrheit haben) und auch nach dem Ermessen des Sachbearbeiters. Fragst du bei der Krankenkasse nach, wird sie dir einen Fragebogen zukommen lassen, in dem du dein Einkommen aufschlüsselst und deine nebenberufliche Arbeit wie beim Finanzamt genauer umschreibst. Selbst wenn du wenig BAföG und Kindergeld bekommst und die freiberuflichen Einnahmen höher als beide zusammen sind, winken die meisten Krankenkassen den Fall durch, sofern du wenigstens unter 20 Stunden bleibst.

Übrigens: In den Semesterferien werden die Einkommensgrenzen zumindest bei der Familienversicherung ausgesetzt. Das heißt, dass du für maximal zwei Monate am Stück mehr verdienen darfst, ohne Konsequenzen daraus ziehen zu müssen.

 

4) Corporate Image und erste Kunden

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Wenn die Formalien geklärt sind, kannst du dich an deine Selbstvermarktung und erste Auftragsakquise setzen. Wichtig ist, dass du professionell, sympathisch und authentisch auftrittst, sodass mögliche Kunden wirklich neugierig werden. Wenn du als Freelancer neben dem Studium im Textbereich durchstarten willst, musst du natürlich sicherstellen, dass du interessant genug bist und auf deiner Webseite auch zeigst, dass du schreiben kannst. In diesem Fall kannst du einen Blick auf die Webseite des Artikelautors werfen. Er arbeitet selbst als freiberuflicher Texter in Hamburg und hat sich mit seinem Auftritt mehrere Wochen beschäftigt, ehe die Seite fertig war. Sorge für eine passende Grundlage und du wirst keine Schwierigkeiten haben, auf dieser aufzubauen.

Kleiner Tipp: Wenn du selbst kein Webdesign machen kannst oder willst, frage doch einfach andere Freelancer, die ebenfalls neben dem Studium starten möchten. Gemeinsam könnt ihr einen Leistungstausch vereinbaren. Du bekommst ein tolles Webdesign plus Entwicklung und schreibst dafür die Texte des anderen, woran er wiederum scheitert.

Mit der Webseite im Gepäck, gehst du dann auf die erste Kundensuche. Natürlich kannst du passende Unternehmen heraussuchen und direkt anschreiben. Diese sogenannte Kaltakquise kann gerade zu Beginn jedoch ernüchternd sein, weil du noch keine großen Referenzen vorweisen kannst. Besser ist es, mit Auftragsplattformen zu arbeiten, auf denen Aufträge inseriert werden. Eine davon, die speziell für Freelancer neben dem Studium entwickelt wurde, ist Freelance Junior. Hier meldest du dich kostenlos an und bewirbst dich auf inserierte Projekte. Sei auch hier nicht enttäuscht, wenn du bei den ersten Aufträgen noch nicht den Zuschlag erhältst. Beim nächsten Mal klappt es bestimmt. Neben Freelance Junior gibt es noch weitere Projektplattformen für Freelancer, auf denen ganz sicher etwas für dich dabei ist.

 

5) Steuererklärung einmal im Jahr

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Als Student bist du normalerweise nicht verpflichtet, eine Steuererklärung einzureichen, obgleich es sinnvoll wäre. Im Studium kannst du eine ganze Menge von der Steuer absetzen, beispielsweise den Weg zur Vorlesung oder Lernmaterialien. Arbeitest du nun aber als Freelancer neben dem Studium, dann wird die Steuererklärung definitiv Pflicht. Heißt, dass du dich einmal im Jahr mit ihr befassen musst. Allerdings ist das nicht schwer. Genau wie die Anmeldung deines Freiberuflerstatus’ schön einfach war mit dem Fragebogen, ist auch die Steuererklärung einfach auszufüllen. Nur wenige Felder sind für dich relevant. Du musst also in den Mantelbogen nur generell absetzbare Ausgaben eintragen und dann noch den Zusatzbogen EÜR ausfüllen und beilegen. Hier errechnest du den Gewinn aus deiner Tätigkeit, welcher über den jährlichen Grundfreibetrag von 9.000 Euro hinweg zu versteuern ist. Solltest du doch Hilfe brauchen, kannst du dich natürlich an die Eltern oder einen Steuerberater wenden.

 

Ein Blick in die Zukunft als Freelancer nach dem Studium

StuDocu Freelancer

Das Schöne an der Arbeit als Freelancer neben dem Studium ist, dass du sie nach dem Studium einfach weiterführen kannst. Du baust dir schon während des Studiums eine Lebensgrundlage auf und sammelst wertvolle Erfahrungen. Bist du mit dem Studium fertig, dann kannst du Vollgas geben und richtig durchstarten. Freelancer neben dem Studium zu sein, ist also eine Offenbarung und durch nichts zu ersetzen.

 

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