Ausland, Tipps & Tricks May 19, 2017
Gefangen im Erasmus-Blues? Tipps für die Zeit nach deinem Auslandssemester!

Gefangen im Erasmus-Blues? Tipps für die Zeit nach deinem Auslandssemester!

Attention please! Flight LH1028 from Francfort to Paris CDG is now ready for boarding. Passengers may now proceed to Gate A17.

Diese Ansage kommt dir bekannt vor? Dich hat schon oft das Fernweh gepackt und die Ansagen am Flughafen kannst du auch schon auswendig aufsagen? Dann bist du ein richtiger Globetrotter. Doch auch als geübter Reisender ist man nicht gegen eine gewisse Ernüchterung, die  nach einem unvergesslichen Auslandsaufenthalt eintritt, gefeit. Die Rede ist hierbei nicht von deinem zweiwöchigen Strandurlaub auf Mallorca, sondern von einem Aufenthalt in einem fremden Land, dessen Kultur, Sprache, Lebensstil, Bildungs- und Arbeitssystem man für mehrere Monate kennen und lieben lernen konnte – die Erfahrungen im Erasmus+ Auslandssemester.

Seit Beginn des Erasmus+ Förderungsprogramms 2014 haben schon über zwei Millionen Studierende das Stipendium der Europäischen Union in Anspruch genommen und dank der finanziellen Unterstützung den Schritt ins Ausland gewagt. Durch die Verständigung auf gemeinsame Ziele und Werte, verläuft die Zusammenarbeit zwischen den Partneruniversitäten und der Europäischen Union reibungslos. Dies vereinfacht den Bewerbungsprozess, die Anerkennung der Studienleistungen und die Betreuung vor, während und nach dem Auslandsaufenthalt für die Studierenden ungemein. Doch was einem vor dem Auslandssemester nicht gesagt wird: Rückkehrer leiden oft unter Spätfolgen, welche besser unter den Begriffen Erasmus Blues oder Post-Erasmus-Depression bekannt sind. Wenn du jedem in Endlosschleife von deinem Auslandsaufenthalt erzählst, dein Instagram und Facebook Account durch Partyfotos und Wochenendtrips überquillt, du nur noch in einem Mix aus Fremdsprachen und Deutsch antwortest und du ständig nach dem günstigsten Preis für das nächste Transportmittel schaust, welches dich zurück zu deiner Erasmus-Clique bringt und sich dein Zuhause seltsamerweise fremder anfühlt, als das Wohnheim im Ausland, dann hat er dich gepackt – der Erasmus-Blues. Doch keine Angst: dieser Zustand dauert nicht ewig und mit unseren nützlichen Tipps wirst du dich nicht länger wie ein Fremder im eigenen Land fühlen und dem Erasmus-Blues den Rücken zukehren.

#1 – Sein Gleichgewicht wiederfinden

Die Pre-Erasmus-Phase, d.h. die Zeit vor dem Auslandssemester zeichnet sich besonders durch eine gewisse Geschäftigkeit aus. Man hat viel zu organisieren, spart das hart durch den Nebenjob erarbeitete Geld und muss nebenbei auch noch die Klausurenphase bewältigen. Da bleibt definitiv keine Zeit für Langeweile. Die On-Erasmus-Phase beschreibt die gesamte Erfahrung – fremdes Land, fremder Ort, fremde Leute, fremde Uni, fremdes Essen – Angst? Keinesfalls. Man taucht in ein komplett anderes Leben ein und meistens werden in kürzester Zeit aus Fremden Freunde. Und dann kommt die Ernüchterung, denn in der Post-Erasmus-Phase wird man plötzlich zurück in sein altes Leben katapultiert. Warum ist mein Alltag zuhause auf einmal so langweilig? Die Lösung diesem Gefühlswirrwarr zu entkommen, ist sein Gleichgewicht zurückzufinden, denn nicht alles zuhause ist langweilig oder schlecht. Erinnere dich daran, welche Aktivitäten du vor deinem Auslandsaufenthalt gerne gemacht hast und nehme diese wieder auf. Eventuell hast du auch ein neues Hobby im Ausland entdeckt, welches du nun fortführen kannst.

#2 – Erasmus Botschafter werden  

Du hast bereits jedem deiner Freunde und auch deinen Bekannten von deinen Auslandsabenteuern erzählt? Dann wird es Zeit für ein neues und vor allem interessiertes Publikum. Und welcher Ort wäre besser geeignet als deine Heimatuniversität, denn diese beherbergt bestimmt einen studentischen Zusammenschluss, welcher Teil des ESN Netzwerkes ist. Diese Erasmus-Gruppen helfen ankommenden Erasmus-Studenten aus anderen Ländern sich in der neuen Stadt zurechtzufinden und dienen gleichzeitig als Ansprechpartner für Studenten, die den Schritt ins Ausland wagen wollen. Dies ist somit der perfekte Weg deine Erfahrungen mit deinen Kommilitonen zu teilen und auch mit anderen internationalen Studenten in Kontakt zu kommen.

#3 – (Inter-)nationale Freundschaften pflegen

Apropos neue Kontakte zu internationalen Studieren – ein Auslandssemester kann dir viele neue Freundschaften bringen, aber auch alte Freundschaften auf die Probe stellen. Auch hier ist es wichtig ein gewisses Gleichgewicht wiederzufinden d.h. Kontakt zu neuen Freunden zu halten aber auch wieder Zeit mit alten Freunden zu verbringen.

#4 – Neue Reisen planen

Lass dich wieder vom Fernweh packen und beginne mit der Planung deiner nächsten Reise, denn nur weil dein Erasmus-Semester zu Ende bist, musst du nicht gänzlich auf neue Auslandserfahrungen verzichten. Gerade für Studenten gibt es weitere günstige Möglichkeiten Auslandsluft zu schnuppern, so kannst du z.B. deinen neuen Erasmus-Freunden einen Besuch in ihrer Heimat abstatten, ein Auslandspraktikum absolvieren oder an Studienreisen deiner Universität teilnehmen. Dies schont nicht nur deinen Geldbeutel, sondern ist auch eine super Möglichkeit Neues zu entdecken und Freundschaften zu pflegen.

 

“Exchange isn’t just a year in your life. It’s a life in a year.” Dies ist wahrscheinlich eines der Zitate, welches man erst versteht, wenn man eine längere Zeit im Ausland verbracht hat. Am Ende des Erasmus-Semesters kann man mit Sicherheit sagen, selbstständiger geworden sein, Grenzen ausgetestet und neue Leute aus aller Welt kennengelernt zu haben. Erasmus+ ist nicht nur eine finanzielle Unterstützung und deshalb nehmen immer mehr Studenten die Spätfolgen eines Erasmus Blues auch gerne in Kauf.

Attention please! This is the last call for passengers booked on LH1044 to London Heathrow. Please proceed to Gate A45 immediately. Your next adventure is awaiting you!

 

Ein Gastartikel von Studentjob

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