„Und was genau willst du damit später machen?“ – Geisteswissenschaftler, lasst euch nicht unterkriegen

„Und was genau willst du damit später machen?“ – Geisteswissenschaftler, lasst euch nicht unterkriegen

Viele Geisteswissenschaftler stehen vor dem Problem, dass ihnen tagein, tagaus gesagt wird, dass sie mit ihrem Studium später nichts anfangen könnten oder sie ja eh nichts Vernünftiges studieren würden. Aber keine Panik! Klar, es ist demotivierend, sich diese Sätze ständig anzuhören, aber ich zeige euch, wie ihr euch motivieren und euer Studium trotzdem durchziehen könnt.

Klar, auch als Geisteswissenschaftler muss man sich am Ende ein Leben finanzieren und je mehr Geld man später verdient, desto angenehmer wird es wohl sein. Doch Geld sollte nicht der primäre Grund sein, sich für ein Studium zu entscheiden. Schließlich verbringt man mehrere Jahre damit und es ist wichtig, dass dein Studium auch Spaß macht und dich persönlich interessiert. Werfen wir einen kurzen Blick auf das geisteswissenschaftliche Studium:

Klischee hin oder her, es besteht ein Unterschied, ob man eine Geistes- und Sozialwissenschaft, oder eine Naturwissenschaft studiert. Gerade naturwissenschaftliche Studiengänge oder Bereiche, in denen auf ein bestimmtes Berufsbild hingearbeitet wird, geben ein festes Ziel vor. Ob Mediziner, Jurist oder Ingenieur: hier weiß man, was einen erwartet. Die Sozial- und Geisteswissenschaftler haben ein viel freieres Angebot und man kann mehr oder weniger in der Reihenfolge studieren, wie man möchte. Diese Freiheit ist etwas Großartiges! Aber sie kann auch zum Aufschieben und lockeren Studieren verleiten. Hinzu kommt: Viele Kommilitonen aus Fächern wie Philosophie, Geschichte, Soziologie, Kommunikations- und Medienwissenschaften, haben meistens kein so klares Berufsbild vor Augen: „Vielleicht Lehramt, mal schauen, ich weiß noch nicht“ hört man oft. Aber ohne ein Ziel bleibt meistens auch die Motivation auf der Strecke. Man hat Angst, später keinen Job zu finden oder es fehlen schlichtweg praktische Erfahrungen im Studium. Wie man sich trotzdem in diesen Fächern orientieren, ein Ziel setzen und sein Studium durchziehen kann, das erfahrt ihr in diesen sechs Punkten:

 

1. Selbstorganisation ist Pflicht

Zwar gibt es Ausnahmen, aber in der Regel sind geistes- oder sozialwissenschaftliche Studiengänge nicht an so enge Studienabläufe gekoppelt, wie es bei Naturwissenschaften der Fall ist. Dort bauen die Inhalte viel stärker aufeinander auf, während man in Geschichte oder Philosophie fast jedes Seminar schon zu Beginn des Studiums belegen kann. Auch bedarf es meist keiner Leistungsnachweise, um den nächsten Kurs zu belegen, sodass Prüfungen gerne geschoben werden und ein klarer Plan fehlt. Daher ist zu empfehlen, dass ihr euch zu Beginn des Studiums oder nach den ersten beiden Semestern, einen groben Plan macht, welche Kurse ihr bis wann abgeschlossen haben möchtet, und diesen Plan dann verfolgt – auch, wenn es schon mal verlockend scheint, eine Vorlesung in das nächste Semester zu verschieben. Ein großes Ziel, wie etwa der Abschluss, schüchtert schnell ein. Zerlegt euer Studium in viele kleine Meilensteine, denn diese kleineren Ziele sind greifbarer und motivieren mehr, wenn ihr sie erreicht. Ein Tipp an dieser Stelle: Oft haben die Fachschaften Muster für solche Studienablaufspläne, an denen ihr euch orientieren könnt.

 

2. Mach Praktika und sammle Berufserfahrung

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Am Anfang scheint es, als gäbe es für Geisteswissenschaftler kaum Möglichkeiten Jobs zu finden. Doch haltet euch vor Augen: Wir leben in einer Welt, in der es so unglaublich viele Berufsfelder gibt, dass ihr kaum alle kennen könnt. Macht daher unbedingt in den Semesterferien Praktika oder geht in Betrieben jobben, die etwas mit eurem Fach zu tun haben. Hier lernt ihr nicht nur interessante Leute kennen und knüpft erste Kontakte auf dem Arbeitsmarkt. Ihr bekommt Einblicke in Berufe, die ihr vorher nicht kanntet und seht, was euch Spaß macht. Fragt die Kollegen dort auch, welche Laufbahn sie hinter sich haben und ihr werdet sehen: Die meisten Wege sind nicht schnurrgerade, sondern viele Leute sind jetzt dort, wo sie stehen, nachdem sie sich umorientiert haben oder über komplett andere Studiengänge in ihre Position kamen.

 

3. Aus nervigen Hausarbeiten werden coole Projekte

Was ihr auf jeden Fall können müsstals Geisteswissenschaftler ist das Schreiben von Texten. Hausarbeiten, Essays und andere Prüfungsleistungen werden von euch jedes Semester aufs Neue erwartet. Wenn ihr hier Schwierigkeiten habt, dann schaut euch an der Uni nach Schreibkursen um. Und was, wenn es an Motivation mangelt? Ich habe ja weiter oben von Freiheit gesprochen, das ist hier ein großer Pluspunkt. In den meisten Seminaren könnt ihr über relativ freie Themen forschen, die euch auch privat interessieren, sofern man sie irgendwie mit dem Oberthema verbinden kann. Die Bachelorarbeit über Harry Potter schreiben oder eine Studie zu Netflix durchführen? Geht alles und macht viel mehr Spaß.

 

4. Geisteswissenschaftler, probiert euch aus

Ob Geistes- oder Sozialwissenschaft: An der Uni oder Fachhochschule lernt man viele Dinge, die zunächst nur theoretisch sind. Ob Theorien oder Schemata, wenn man diese Dinge nur auswendig lernen muss, sind sie langweiliger als Farbe beim Trocknen zuzuschauen. In der Anwendung machen sie aber doch häufig Spaß. Ihr könnt euch ehrenamtlich betätigen in Feldern, die eurem Studium ähneln. Es gilt langweilige Daten über die Geschichte der Stadt auswendig zu lernen? Macht Stadtführungen für eure Freunde und Verwandten. Ihr lernt Theorien zur Medienwirksamkeit oder zum Marketing? Dann versucht euer Instagram-Profil mit geschicktem Marketing aufzubauen. Und wenn es lateinische Vokabeln sind… okay, hierzu fällt mir kein cooles Beispiel ein. Aber auch da gibt es sicher Möglichkeiten, dieses Wissen im Alltag zu verwenden.

 

5. Noch keinen Traumjob gefunden? Macht nichts!

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Für alle, die noch kein Ziel vor Augen haben, was sie nach ihrem Abschluss machen könnten oder in welche Richtung es gehen soll: Nicht verzweifeln! Macht erst einmal euren Abschluss und danach könnt ihr euch noch immer umschauen. Macht nach dem Studium weitere Praktika. Dass man sofort den perfekten Job findet, mag vorkommen, ist aber ein Mythos. Hauptsache, ihr lasst den Kopf nicht hängen und habt erstmal ein klares Ziel vor Augen, nämlich den Bachelor oder Master zu schaffen beziehungsweise eure kleinen Etappen auf dem Weg dorthin.

 

6. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg

Wenn ihr schon wisst, was ihr eigentlich arbeiten möchtet, aber nicht genau wisst, wie ihr das mit eurem Studium schaffen könnt, dann lasst euch sagen: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Mit Ehrgeiz und einer breit gestreuten Kompetenz könnt ihr euch später in vielen Bereichen austoben. Denn das ist das Tolle an den Geisteswissenschaften: Ihr bekommt das Rüstzeug an die Hand, wissenschaftlich zu arbeiten, zu recherchieren und euch schnell und gut in jedes Thema einzuarbeiten. Mit diesem Wissen könnt ihr in vielen Bereichen arbeiten, auch wenn sie zunächst nicht viel mit eurem Studienfach zu tun haben.

Wenn ihr also Geisteswissenschaftler seid, dann gehört ihr zu den Leuten, die im Studium eine Freiheit genießen, von der viele Naturwissenschaftler nur träumen können. Nutzt diese Freiheit gut und die Motivation kommt wie von selbst. Und dann könnt ihr auch den vielen Kritikern und Zweiflern entgegentreten und sagen: „Ich weiß noch nicht, was ich machen werde. Aber es wird mir Freude bereiten und ich werde gut darin sein!“

 

Autor

Robin von seitenwaelzer.de

für StuDocu

Wir bei seitenwaelzer schreiben über das Studium mit allem, was dazugehört: Kultur, Unterhaltung und vor allem, was DICH interessiert! Außerdem möchten wir Studierenden und AbiturientInnen bei der Orientierung helfen. Daher gibt es bei uns Artikel rund um Themen Studienwahl, Orientierung nach dem Abi und noch viel mehr. Schaut vorbei!

 

1 Gedanke zu “„Und was genau willst du damit später machen?“ – Geisteswissenschaftler, lasst euch nicht unterkriegen”

  • 1
    eebest8 fiverr am June 21, 2018 Reply

    “I really liked your blog article.Thanks Again. Great.”

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